Eine schmerzhafte Schulter bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Sehne gerissen ist. Umgekehrt können sich Veränderungen der Rotatorenmanschette auch schleichend entwickeln. Viele Betroffene fragen sich nach einer entsprechenden Diagnose: Muss ich operiert werden oder kann eine Behandlung ohne Eingriff helfen?
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Bei MEDIZIN DIREKT spricht Florian Beigelbeck mit dem Schulterspezialisten Prof. Dr. med. Frank Martetschläger über diese Entscheidung. Im Mittelpunkt stehen Beschwerden, Diagnostik, konservative Behandlung, arthroskopische Operationen und die oft mehrmonatige Nachbehandlung.
Was ist die Rotatorenmanschette?
Vier Muskeln und ihre Sehnen bilden ein System, das den Oberarmkopf stabilisiert und die Bewegungen der Schulter unterstützt. Veränderungen an diesen Sehnen können mit dem Alter entstehen oder durch Verletzungen ausgelöst werden. Nicht jede im MRT sichtbare Veränderung erklärt automatisch die Beschwerden.
Welche Symptome sollten abgeklärt werden?
Schmerzen beim seitlichen Anheben des Arms, Beschwerden in der Nacht und ein Kraftverlust können auf eine Erkrankung der Rotatorenmanschette hinweisen. Solche Symptome haben allerdings mehrere mögliche Ursachen. Die ärztliche Untersuchung ist deshalb der Ausgangspunkt. Ultraschall und MRT können je nach Befund helfen, die Sehnen genauer zu beurteilen.
Wann reicht eine Behandlung ohne Operation?
Physiotherapie, angepasste Belastung und eine ärztlich begleitete Schmerztherapie können bei manchen Betroffenen die Beschwerden deutlich bessern. Entscheidend sind unter anderem Ausmaß und Ursache des Risses, Funktionsverlust, Dauer der Beschwerden und individuelle Anforderungen an die Schulter. Die richtige Therapie lässt sich nicht allein am Alter oder am Bildbefund festmachen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine operative Versorgung kann insbesondere bei bestimmten frischen Verletzungen, ausgeprägtem Funktionsverlust oder anhaltenden Beschwerden trotz geeigneter konservativer Therapie erwogen werden. Je nach Situation sind arthroskopische Verfahren möglich, bei denen Sehnen wieder am Knochen befestigt werden. Welche Behandlung sinnvoll ist, muss im Einzelfall beurteilt werden.
Warum ist die Nachbehandlung so wichtig?
Nach einer Sehnenrekonstruktion braucht das Gewebe Zeit zur Heilung. Die Rehabilitation folgt einem abgestuften Ablauf, der zunächst die Heilung schützen und anschließend Beweglichkeit und Kraft wiederaufbauen soll. Eine zu frühe starke Belastung kann problematisch sein; unnötige längere Schonung ebenfalls. Maßgeblich sind die konkreten Vorgaben des Behandlungsteams.
Das Gespräch mit dem Schulterspezialisten
Im Podcast erläutert Martetschläger ausführlich, wie Betroffene die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten besser verstehen können und weshalb realistische Erwartungen an Operation und Rehabilitation wichtig sind.
Jetzt anhören: „Rotatorenmanschetten-Behandlung“ mit Prof. Dr. Frank Martetschläger – MEDIZIN DIREKT. Ergänzend: „Schulterchirurgie heute – Zwischen Hightech und Handwerk“.
Hinweis: Allgemeine Gesundheitsinformation, keine individuelle Behandlungsanweisung. Die Entscheidung über Untersuchungen und Therapien gehört in ein ärztliches Gespräch.
